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Kleine, leicht zu verdauende HPLC-Tipps, Teil 2

Der HPLC-Tipp 07/2008 von Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

Liebe HPLC-Anwenderinnen, liebe HPLC-Anwender,
wie auch in den letzten Jahren, werden wir uns in den Monaten Juni bis August kleinen, leicht zu verdauenden HPLC-Tipps widmen.
Heute werden wir uns mit dem Eluenten im weitesten Sinne beschäftigen.

Mikroorganismen

In einem kleinen Labor, das vom Platz her gar nicht dafür ausgelegt ist, befinden sich 6 HPLC-Geräte. Die Kollegen dort haben immer wieder Probleme mit Retentionszeitverschiebungen und Reproduzierbarkeitsprobleme bezüglich Peakfläche. Der Grund: Die Klimaanlage schafft es einfach nicht, im kleinen Raum ist es wegen der Wärmeentwicklung durch die Geräte recht warm. Ergebnis: Unreproduzierbare Herstellung des Eluenten, Verdampfen von Acetonitril, das als Probenlösungsmittel verwendet wird und dadurch Aufkonzentrierung der Probenlösung. Eine Lösung des Problems ist kurzfristig leider nicht in Sicht.

Eluentengefäße

Eluentengefäße sollten nicht einfach immer wieder mit frischem Eluenten nach-/aufgefüllt werden, manche Verunreinigung bleibt an den Glasswänden oder am Gefäßboden haften. Unerwünschte Peaks sind die Folgen. Andererseits stellt die Spüllmaschine nicht immer eine gute Lösung dar: Manches Tensid aus dem Spüllmittel erscheint später im Chromatogramm als breiter, schmierender „Buckel“. Ich würde das Eluentengefäß vor dem nächsten Ansatz kurz ausspülen. Welches Lösungsmittel notwendig ist und welcher Aufwand gerechtfertigt ist, müssen Sie empirisch hreausfinden. Hier Möglichkeiten, wie das Eluentengefäß ausgespült werden kann: Verdünnte Säuren wie Zitronensäure, Salpetersäure, Salzsäure sowie Wasser, Acetonitril, Aceton. Möchten Sie darüber hinaus die Glasoberfläche inert machen, wäre die Behandlung mit einem Silylierungsmittel wie verdünnte, methanolische Hexamethyldisalazan- oder Trimethylchlorsilanlösung zu empfehlen.

Alternative zu THF

Der Einsatz von kleineren Mengen THF im Eluenten führt oft zur Erhöhung der Selektivität – von seiner erhöhten Elutionsstärke ganz zu schweigen. Nun beklagen sich einige Kollegen über starke Störungen in der Basislinie, über Störpeaks und nicht zuletzt Abnahme der Nachweisgrenze – trotz selbstverständlicher Verwendung von THF HPLC-Qualität. Hier handelt sich vermutlich um das bekannte Problem mit den Peroxiden, die je nach Temperatur und Lichtverhältnissen recht schnell entstehen können. Abhilfe: Man könnte alternativ Dioxan verwenden, das durch seine Etherstruktur einen ebenso positiven Effekt bezüglich Selektivität zeigen kann, allerdings ohne die Nachteile der Peroxidbildung.