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Der HPLC-Tipp November/Dezember 2009 von Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wir haben es geschafft und einige von uns sind womöglich auch selbst geschafft: Ein nicht ganz gewöhnliches Jahr neigt dem Ende zu. Zeit, sich etwas Zeit zu nehmen und vielleicht das eine oder andere zu reflektieren. Vergessen Sie für einen Moment die rein fachlichen Dinge und begleiten wir gemeinsam den kleinen POL Ari auf einer seiner Abenteuerreisen.

Von kalten, dunklen Seen und von knisternden Begegnungen...

POL Ari schaute sich um: Es war still und recht kalt in der Tiefe des dunklen Sees. Das bläuliche, gedämpfte Licht verstärkte die unheimliche Stimmung. Dies störte ihn allerdings herzlich wenig, er konnte nach allen Richtungen flink schwimmen und die anderen Bewohner etwas genauer beobachten. Da waren zunächst diese viele, gleich aussehende, kleiner als er, undifferenzierte Wesen, die irgendwie aggressiv aussahen, man könnte denken, sie waren richtig „geladen”. Sie interessierten ihn jedoch kaum, seine Aufmerksamkeit fiel auf einen etwas stattlichen Schwimmer, der viel gemütlicher als er selbst seine Runden drehte. Er war irgendwie anders: Etwas groß, etwas einfältig, etwas behäbig – die Ruhe selbst! Er wollte nun doch wissen, wer das ist. POL Ari schwamm „unauffällig” in seine Nähe, um dessen Namensschild lesen zu können, das war wohl ein feiner Herr, ein gewisser A. PO-Lar von Hydrophobenhausen. Und da war noch dieses apathische, nichts aussagende, ausdrucklose, abwesend wirkende, blase Wesen namens Ur. A. Cil, man hatte den Eindruck, dass es die Zeit tot schlug. Das einzig auffallende an ihm war der auf seinem Pulli mit riesigen Lettern verzierte Schriftzug „INERT”. Für POL Ari stand fest: Das ist bestimmt ein Mietglied von irgendeinem komischen Verein für Sonderlinge, für Nihilisten, die sich für nichts und niemanden auf der Welt interessieren und mit niemandem etwas zu tun haben wollen. POL Ari wollte… - aber er kam nicht dazu: Auf einmal tauchte ein riesiger Rüssel in den See hinein und saugte mit einer Wahnsinns-Saugkraft einen Großteil des Seeinhaltes samt darin enthaltenen Individuen. Nach dem ersten Schock wurde es ruhig aber so dann wurden sie in einen engen, geschlossenen Kanal hineingeworfen, durch den ein rauschender Fluss donnerte. Ob sie wollten oder nicht - sie mussten mit schwimmen. Kaum von diesem zweiten Schock erholt, sah POL Ari wie sie mit einer atemberauenden Geschwindigkeit schnurgerade auf einer Barriere zusteuerten. „Jetzt ist es aus”, dachte POL Ari – und nicht nur er. Je näher sie kamen umso klarer wurden die Konturen der Löcher an dieser, Schweizer-Käse ähnlichen Wand. Sein einziger Gedanke war in diesem Moment: „Schaffen wir es durch die Löcher?” Das war auch problemlos der Fall, die Löcher entpuppten sich als riesig im Vergleich zum kleinen POL Ari aber auch zum A. PO-Lar von Hydrophobenhausen und zu den anderen.

Beim Durchschwimmen konnte er gerade auf einem Schild lesen: „Me. Tall. Siebc...” – für mehr reichte die Zeit nicht. Und dann waren sie endlich da. Wahrlich ein Paradies! Zugegeben, es war ein starker Druck zu spüren, der Weg war eng, wies unendlich vielen Verzweigungen auf - und dunkel war es sowieso, aber: Es war wesentlich wärmer als im See. Und das tollste dort waren die unzähligen, netten Bewohner im Innern dieser Labyrinth-ähnlichen, kleinen, runden Häuschen, die keine Tür hatten. Es war praktisch kaum möglich, an ihnen vorbei zu schwimmen ohne mit ihnen mindestens ein wenig zu quasseln. Nur diese komische, viele, unhöfliche Wesen, die POL Ari bereits im See unangenehm aufgefallen waren, gingen an den vielen Eingängen vorbei ohne wenigstens einen Blick hinein zu werden, geschweige denn hinein zu gehen – einfach unerhört! POL Ari gewann den Eindruck, dass dieses Verhalten auf Gegenseitigkeit beruhte: Ein Teil der Bewohner verhielt sich ihnen gegenüber richtig abstoßend. Und was machte dieser Ur. A. Cil? Typisch für ihn: Er ging zwar schön brav in jedes Häuschen hinein aber er kommunizierte überhaupt nicht – kein Wort, kein Blick, keine Reaktion. Sogar A. PO-Lar von Hydrophobenhausen taute langsam auf und flirtete nun munter mit den Bewohnern, die sich als AL- KYL vorstellten. Das waren lange, schlanke, bewegliche, in die Höhe rankende, Riesengras-ähnliche Wesen. Man spürte sofort, dass zwischen ihnen und A. PO-Lar von Hydrophobenhausen die „Chemie” einfach stimmte. Das waren manchmal lange, ja teils recht intensive Begegnungen… POL Ari blieb selbstverständlich als höfflicher, netter Kerl auch eine gebührende Zeit bei den AL- KYL´s stehen aber richtig angetan hatten ihm die süßen SIL-Oli´s und sonstige POLI- Grouppies und Heavy-Metal´s. Diese Augen und vor allem diese Hände, die schon beim zarten Berühren elektrisierend wirkten, übten eine so große Anziehungskraft aus, dass er immer wieder vergas, los zu reißen. Er spürte es, er wusste es genau: Seine Liebe, das Feuer, die Intensität seiner Beziehung, einfach seine Affinität zu den SIL-Oli´s, den POLI-Grouppies und den Heavy-Metal´s waren viel, viel stärker und inniger als das vorsichtige, distanzierte, für ihn fast platonische Beisammensein zwischen den AL-KYL´s und A. PO-Lar von Hydrophobenhausen. Er spielte sogar bald mit dem Gedanken für immer dort bei seinen Gleichen zu bleiben, aber dann kamen schon, und wieder und immer wieder diese unzählige Kehrer mit ihren Besen. Zuerst die Kleinen von der sogenannten Ha. Zwei. O.-Clean-Service GmbH und dann schon die nächsten schlimmen, mit ihren komischen Hütchen und der Innschrift Ace. To. Nitril Kehr GmbH & Co.KG. Es kam so wie es kommen musste: Diese liebevolle Flirts mussten aufhören, alle – na ja, fast alle – mussten diesen paradiesischen Ort verlassen. Erst die komischen Wesen, die sowieso weder links noch rechts schauten und nur auf schnellstem Wege immer weiter nach vorne schwammen, dann dieser Ur. A. Cil, dann A. PO-Lar von Hydrophobenhausen und wesentlich später POL Ari richtig trunken vom intensiven flirten und recht „breit”...Alle wurden nach einander durch ein krasses, helles Licht in einem spiegelglatten Saal in die reale Welt zurückgebracht, eine Sache war hier dennoch positiv: Der starke Druck war auf einmal weg. Beim Verlassen des Spiegelsaals trennten sich die Wege: Während die komischen Wesen – die „Abgestoßenen” -, Ur. A. Cil, POL Ari, die viele Kehrer usw. in einen viel größeren, schmutzigen See landeten, wurde A. PO-Lar von Hydrophobenhausen automatisch abgesondert und abgeführt. „Entweder kommt er jetzt ins Gefängnis oder er ist wirklich ein feiner Herr, jemand wertvolles, vielleicht ein echter VIP, auf den eine besondere Behandlung wartet” dachte POL Ari etwas enttäuscht und traurig. Wer braucht schon solche kleine POL Ari´s, ach, die (analytische) Welt ist doch eine harte…- aber was soll´s? POL Ari spürte wie seine gute Laune zurück kam und die Melancholie wich, denn was haben schon solche tiefgründlichen Gedanken bei einem kleinen, quirligen Kerl namens POL Ari verloren?

Liebe Leserinnen, liebe Leser, Sie haben diesen alltäglichen Fall im HPLC-Labor erkannt:

Das war die Injektion einer salzhaltigen, Matrix-belasteten Probe mit polaren und apolaren Komponenten aus einem gekühlten Autosampler mit einem beleuchteten Probenraum auf eine - in einem Säulenofen sich befindenden - ältere C 18-Säule mit zusätzlichen Silanol- und weiteren polaren Gruppen sowie Metallionen in der Kieselgelmatrix. Nach der Detektion mittels eines UV-Detektors erfolgte die Isolierung der wertvollen apolaren Hauptkomponente von störenden polaren Verunreinigungen sowie von Matrixbestandteilen, die wegen ihrer Ladung von den Silanolgruppen abgestoßen wurden und somit ausgeschlossen vor der Totzeit eluierten.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit, Frohe Weihnachten und ein gesundes, glückliches Jahr 2010.

Ihr

Stavros Kromidas