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Die „kleinen“ im Sommer…

Der Der HPLC-Tipp im Juni von Dr. Stavros Kromidas, Saarbrücken

Liebe Anwenderinnen, liebe Anwender,

gemäß unserer Tradition werden Sie in den Monaten Juni-August an dieser Stelle kurze, „knackige“ HPLC-Tipps vorfinden. Wir beginnen heute mit Tipps rund um den Eluenten.

• Es hat sich gezeigt, dass im Falle von ternären Mischungen bei bestimmten Mischverhältnissen die Dichtungen „streiken“, z. B: Eine Mischung 25/25/50 MeOH/ACN/Wasser führt zu Leckagen, nach dem Wechsel jedoch zu einer Mischung 10/40/50 MeOH/ACN/Wasser ist wieder alles in Lot.

• Die Peakform von basischen Analyten lässt manchmal auch bei Verwendung von modernen stationären Phasen zu wünschen übrig. Durch eine Erhöhung der Ionenkonzentration im Eluenten wird die Peaksymmetrie besser, man möchte allerdings nicht unbedingt die Pufferstärke verändern – was ja auch Erhöhung der Ionenkonzentration bedeuten würde. Man könnte nun folgendes tun: Zum Wasser (oder zum Puffer) werden ca. 2 g/L KCL zugesetzt, es wird dadurch häufig eine Verbesserung der Peaksymmetrie beobachtet.

• An dieser Stelle haben wir uns bereits darüber unterhalten, dass nach der Zugabe des organischen Anteils zum Eluenten der vorher eingestellte pH-Wert verschoben wird. Diese Verschiebung nun bzw. der resultierende End-pH-Wert kann auch von der Art des Ansetzens der mobilen Phase abhängig sein, z. B: Variante 1: Puffer plus ACN plus anschließend MeOH, es ergibt sich pH-Wert 1. Variante 2: ACN und MeOH werden zusammen zum Puffer dazu gegeben, es ergibt sich pH-Wert 2.
Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass in den Prüfvorschriften das Ansetzen des Eluenten möglichst genau beschrieben werden sollte.

• Eluenten werden manchmal filtriert. Wenn sich nun im Eluenten geringe Mengen an Modifier befinden, kann sein, dass jene am Filtermaterial teilweise sorbiert werden. Das Ergebnis kann nicht nur eine mögliche leichte Verschiebung der Retentionszeit sein, sondern eine Änderung der Peakfläche.

Beispiel:
Bei einem Eluenten mit 0,1% SDS wurde stets eine Instabilität der Peakfläche beobachtet. Der Wechsel zu 1% SDS löste das Problem. Man sollte bei Bedarf überprüfen, ob durch eine geringe Veränderung eines Parameters (dazu gehört z. B. auch die Wellenlänge) und bei weiterhin konstantem chromatographischen Ergebnis die Robustheit/Reproduzierbarkeit verbessert werden kann.